Im Ursprungsland der Reformation zu Besuch beim Marktführer

Im Juni 2017 qualifizierten sich im Rahmen des Managerfortbildungsprogramms des BMWi 21 russische Unternehmer an der DMAN in Celle.

Zu Unternehmenserkundungen reiste die Gruppe nach Magdeburg. Am Vormittag waren die Manager zu Gast bei ENERCON Magdeburg, dem Marktführer in der Windenergiebranche. Während einer höchst interessant gestalteten Führung durch die Produktion konnten die Teilnehmer sich von der für diese Branche sehr hohen Fertigungstiefe (über 80% Eigenfertigung) überzeugen.

Alle Hauptkomponenten der Windenergieanlagen – wie Ringgeneratoren, Wechselrichter, Rotorblätter, Gusskomponenten, Türme und Maschinenhäuser – werden in ENERCON-eigenen Werken produziert. Dadurch sind eine hohe Qualitätskontrolle und die Unabhängigkeit von Zulieferern sichergestellt. Außerdem verringert sich beim Erfahrungsrückfluss von der Fertigung in die Produktentwicklung das Risiko von Know-how-Verlusten.

Besuch bei ENERCON Magdeburg

Beeindruckt waren die Teilnehmer von den Alleinstellungsmerkmalen der Windenergieanlagen: keine Getriebe und alles dreht sich! Die Unternehmer erfuhren viel über die besondere Form der Rotorblätter, die mit „Spoilern“ ausgestattet sind und sich so der Windrichtung anpassen können. Die Gäste staunten, dass im 3-Schichtsystem, besonders beim Wickeln der riesigen Ringgeneratoren aus Kupfer noch sehr viel Handarbeit notwendig ist. Das Unternehmen produziert auftragsbezogen und fertigt nicht auf Lager.

Pavel Bekesha aus Rostow staunte nicht schlecht darüber, dass bis zur Realisierung, also von der Bestellung bis die Anlage an das Netz kann, die Behördengänge (Gutachter für Boden, Einheit von Flora und Fauna, Fundament usw.) am längsten dauern. Es wurde immer wieder deutlich, dass die Qualität der Ergebnisse letztendlich vom Engagement der einzelnen Mitarbeiter bestimmt wird.

Sergey Emelin zog einen interessanten Vergleich: In Russland kommt der Fachmann zur Arbeit, in Deutschland arbeitet der Fachmann! Man muss die Bereitschaft für Veränderungen wecken. Sergey Emelin nutzte die Chance, um mit ENERCON in Verhandlungen über die Errichtung von Windparks im Gebiet Uljanowsk einzutreten. Jetzt erwartet er ein Angebot von ENERCON.

Auch für Ivan Sakantsev aus Jekaterinburg steht fest, dass das Hauptkapital der deutschen Unternehmen das Personal ist. In all den besuchten Firmen herrschte ein gutes Arbeitsklima. Davon konnte er sich sowohl bei ENERCON als auch am Nachmittag bei der FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH überzeugen.

Besuch bei der FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH

Bei dem weltweit tätigen Maschinenbauer wurden die Dimensionen der Maschinen noch größer. Der Hersteller von fördertechnischen Systemen kann auf eine bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende Historie verweisen. Projektleiter Waldemar Wiens gab detaillierte Einblicke in die Produktion von Schüttgut-Anlagen, Tagebau-, Lagerplatz-, Verlade-, Förder- und Hafentechnik. Auch hier erfolgen Engineering und Fertigung aus einer Hand. Schwerpunktmäßig wurden Themen wie die Zusammenarbeit mit Russland und die Beteiligung an großen Projekten in Russland und in der GUS diskutiert.

Pavel Nikitinskiy aus St. Petersburg kam gleich zur Sache und ließ sich beraten, wie man ins Geschäft kommen kann. Sein Consultingunternehmen kann sich um Fördermittel kümmern sowie den Kontakt zu zahlreichen bekannten Großkunden in Russland herstellen.

Insgesamt verbrachte die Gruppe drei interessante Tage in Magdeburg, im Zentrum der Reformation. Am Sonnabend gab es ein Kulturprogramm mit Stadtrundgang, Besichtigung der Grünen Zitadelle und Dombesuch. Die Teilnehmer hatten zum 500. Reformationsjubiläum also ausführlich Gelegenheit, auf Martin Luthers Spuren zu wandeln.

Ihr Ansprechpartner bei der DMAN

Dr. Ronald Pschierer
Programmleiter

Telefon +49.5141.973-219
E-Mail    rpschierer@dman.de